Der Begriff Bayer-Mosaic wird oft in Verbindung mit Einchip-CCD-Sensoren verwendet, die einen Farbfilter aufgebracht bekommen. Dieser Filter bewirkt, dass einzelne Pixel unterschiedlich auf die Wellenlängen des Lichtes reagieren. Da zu jedem Bildpunkt nur eine Farbkomponente gegeben ist, muss man um ein RGB-Pixel zu erhalten, die fehlenden Farbkomponenten ermitteln.
Der angehängt Artikel erläutert, wie ein Bayer-Mosaic-Filter aufgebaut ist und welche Konvertierungsmethoden zu RGB möglich sind.
Aufgrund von zufälligen Prozessabweichungen können Sensorhersteller nicht garantieren, dass sich alle Pixel bei gleichen Bedingungen auch gleich verhalten. Obwohl die Sensorhersteller hierauf keinen Einfluss haben, wird von Bildfehlern gesprochen. Bekannt sind hierbei
Mit unterschiedlichen Korrekturverfahren ist es möglich, diese Bildfehler einfach herauszurechnen. Das angehängte PDF beschreibt die Herkunft der einzelnen Fehlern und zeigt, wie man diese mithilfe von wxPropView korrigerieren kann.
Standard-Anschluss für Objektive an CCD-Kameras, mit einem einheitlichen Anschlussgewinde (am Objektiv: Außengewinde 1"-32UN-2A) mit einem einheitlichen Auflagenmaß von 17,526 mm.
Eine der bekanntesten Schnittstellen in der industriellen Bildverarbeitung ist CameraLink (CL). Spezifiziert für schnelle Bildübertragungen unterstützt die Schnittstelle zwischen 8 und 16 Bit Bitbreite pro Pixel sowie eine maximale Pixelfrequenz von 85 MHz.
CameraLink gibt es in drei Varianten:
MATRIX VISION hat folgende CameraLink Frame Grabber im Portfolio:
| Merkmale | mvGAMMA-CL | mvTITAN-CL | mvHYPERION-CLb | mvHYPERION-CLe | mvHYPERION-CLm | mvHYPERION-CLf | |
| Unterstützte Konfiguration | 1x BASE | ja | ja | ja | ja | ja | ja |
| 2x BASE | ja | ja | |||||
| 1x MEDIUM | ja | ja | |||||
| 1x FULL | ja | ||||||
| Treiber (mvIMPACT Acquire) | Windows® | XP, Vista, 7 32 / 64 Bit |
XP, Vista, 7 32 / 64 Bit |
XP, Vista, 7 32 / 64 Bit |
XP, Vista, 7 32 / 64 Bit |
XP, Vista, 7 32 / 64 Bit |
XP, Vista, 7 32 / 64 Bit |
| Linux® | 32 / 64 Bit | 32 / 64 Bit | 32 / 64 Bit | 32 / 64 Bit | |||
| Bus | PCI | 32 Bit / 33 MHz Rev. 2.1 | 32 Bit / 33 MHz Rev. 2.1 | ||||
| PCI Express® | x1 | x1 | x4 | x4 | |||
| Kontinuierliche Datenrate | MB/s | 95 | 100 mvTITAN-CL/110: 110 |
200 | 200 | 640 | 640 |
| Max. Pixeltakt | MHz | 66 | 66 | 85 | 85 | 85 | 85 |
| ja | ja | ja | ja |
Es gibt zwei Sensortechnologien auf dem Markt: CCD und CMOS.
CCD-Sensoren haben in der Regel die bessere Bildqualität, ein geringeres Rauschen und keine Fehlpixel (Fixed Pattern Noise). CMOS-Sensoren sind dagegen günstiger und haben oft zusätzliche Eigenschaften, die in CCD-Technologie nicht integrierbar sind. Häufig zeichnen sich CCD-Sensoren durch eine höhere Dynamik aus; ein enormer Vorteil vor allem bei Applikationen mit großen Helligkeitsunterschieden. Ob ein Farb- oder ein Grau-Sensor zum Einsatz kommt, hängt meist von der zu erfüllenden Aufgabe ab. Manche Sensoren sind allerdings nur in der einen oder anderen Ausführung erhältlich. Farbsensoren haben vor der lichtempfindlichen Sensormatrix Farbfilterstrukturen, d.h. dass bestimmte Pixel nur Licht einer bestimmten Farbe aufnehmen. Diese Filterstrukturen sind durchlässig für IR-Licht. Um Farbverfälschungen bei Farbaufnahmen zu vermeiden, wird ein zusätzlicher IR- Sperrfilter gebraucht. Bei farbigen Objekten führt dessen Einsatz jedoch aufgrund des pixelweisen Farbwechsels zu einer geringeren Ortsauflösung. Ist eine hohe Farbgenauigkeit wie bei der Farbprüfung von Ausdrucken gefragt oder ist eine hohe farbliche Ortsauflösung nötig, so ist die Verwendung einer 3-Chip-Kamera sinnvoll, bei der für die Farben Rot, Grün, und Blau ein eigener Chip verwendet wird. Ein weiterer Gesichtspunkt ist der Verschluss (Shutter). CCD- und CMOS-Sensoren gibt es mit Global-Shutter (Full-Frame), einfache CMOS-Sensoren haben meist einen Rolling-Shutter. Letzteres führt bei Aufnahmen von schnell bewegten Objekten zu geometrischen Verzerrungen durch die Bewegung während der Belichtungszeit.
| Merkmale | CCD | CMOS |
| Signal am Pixelausgang | Elektronenpaket | Spannung |
| Signal am Chipausgang | Spannung (analog) | Bits (digital) |
| Signal am Kameraausgang | Bits (digital) | Bits (digital) |
| Füllfaktor / Apertur | Hoch | Mittel |
| Verstärkungsstörungen | Keine | Mittel |
| Systemrauschen | Niedrig | Mittel |
| Systemkomplexität | Hoch | Niedrig |
| Sensorkomplexität | Niedrig | Hoch |
| Kamerakomponenten | PCB + verschiedene Chips + Linse | Chip + Linse |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | Anwendungsabhängig | Anwendungsabhängig |
| Systemkosten | Anwendungsabhängig | Anwendungsabhängig |
| Leistung | CCD | CMOS |
| Reaktivität | Mittel | Etwas besser |
| Dynamik | Hoch | Mittel |
| Pixelgleichheit (Uniformität) | Hoch | Niedrig bis mittel |
| Uniforme Belichtungszeit | Schnell, zusammen | Schwach |
| Geschwindigkeit | Mittel bis hoch | Höher |
| Windowing | Begrenzt | Erweitert |
| Antiblooming | Hoch bis gar nicht | Hoch |
| Spannungsversorgung und Taktung | Hohe Spannung, verschieden | Niedrige Spannung, einfach |
CCD-Sensoren liefern die bessere Bildqualität, haben eine höhere Empfindlichkeit und Dynamik und eine synchrone Belichtungssteuerung aller Pixel, CMOS-Kameras sind meist kompakter, ermöglichen eine höhere Bildrate und sind erwas variabler einsetzbar.
Entspricht mit Ausnahme des Auflagemaßes dem C-Mount. Beim CS-Mount beträgt das Auflagemaß 12,5 mm. Der CS-Mount-Standard ist die "jüngere" Norm, die dem Wunsch nach kurzen Bauformen Rechnung trägt.
Aktuelle Schnittstellen wie GigE, USB 2.0, etc. haben eine natürliche Grenze: die Bandbreite. Diese Grenze verhindert schnellere Kameras mit höheren Auflösungen. Dual-GigE Kameras schaffen hier Abhilfe und bieten die doppelte Bandbreite (≤ 240 Mbyte) bei gleichzeitiger Transparenz in der Software, d.h., die Dual-GigE Kamera erscheint als ein Gerät. Hierbei ist keine neue Standardisierung oder Technik nötig. GigE Vision 2.0 definiert Dual-GigE und somit können diese Kameras auf einen etablierten und ausgereiften Standard zurückgreifen. Die einfachere Programmierung und der geringere Stromverbrauch im Vergleich zu 10-GigabitEthernet sowie die Möglichkeit bestehende Netzwerk-Infrastrukturen zu nutzen (10-GigabitEthernet Netzwerk-Infrastruktur sind noch nicht weit verbreitet und eine Umstellung noch teuer), machen diesen Entwicklungsschritt sinnvoll und sind weitere Vorteile von Dual-GigE auch im Vergleich zu anderen Schnittstellen wie USB3, CoaXPress und Camera Link HS.
GenICam steht für GEN eric programming I nterface for CAM eras und ist eine generische Schnittstelle, welche einen einheitlichen Zugriff auf Parameter von Geräten (bspw. Kameras) ermöglicht und eine Modifkation derer erlaubt. Ein GenICam konformes Gerät stellt eine GenICam Beschreibungsdatei zur Verfügung, die sich eventuell im lokalen Speicher des Geräts, lokal auf Festplatte oder auf einer Website befinden kann. Eine GenICam Beschreibungsdatei ist vergleichbar mit einem maschinenlesbaren Gerätehandbuch. Es stellt die lesbaren Namen und den Wertebereich von Parametern bereit, die das Gerät zum Lesen und Schreiben unterstützt, sowie eine Anleitung, welche Befehle an ein Gerät gesendet werden müssen, damit ein Parameter geändert oder gelesen wird. Die Beschreibungsdateien sind XML-Dateien.
Weitere Informationen können Sie der Website http://www.genicam.org entnehmen.
GenTL (Transport Layer) ist die Transport-Schicht des GenICam Standards und ist für den Transport der Kamera-Daten in die Benutzer-Anwendung verantwortlich.
GigE Vision ist ein Netzwerk-Protokoll für die Kommunikation zwischen Bilderfassungsgerät und Anwendung. Das Protokoll deckt dabei folgende Funktionen ab:
GigE Vision verwendet UDP für die Datenübertragung, was den Overhead im Vergleich zu TCP verringert.
Hinweis: UDP garantiert weder die Reihenfolge, wie Pakete ankommen, noch ob Pakete überhaupt beim Client ankommen. Jedoch bietet GigE Vision einen Mechanismus an, um verloren gegangene Pakete zu erkennen. Somit kann durch entsprechende Resend-Methoden im Treiber dem entgegengewirkt werden. Weitere Informationen erhalten Sie auf folgender Website: http://www.machinevisiononline.org/public/articles/index.cfm?cat=167
Alle MATRIX VISION GigE Vision Treiber-Lösungen stellen einen Resend-Mechanismus zur Verfügung, sodass verlorene Pakete erkannt werden und nahezu alle Daten rekonstruiert werden können. Dieser Mechanismus erweitert natürlich nicht die Bandbreite, daher kann es trotzdem vorkommen, falls die Übertragung zu lange überladen war, dass Pakete trotzdem verloren gehen.
Die Treiber von MATRIX VISION ermöglichen ein Fine-Tuning des Resend-Mechanismus und stellen Information über verlorene Daten sowie über die erneut angeforderten Daten bereit. Diese Informationen / Konfigurationen sind Teil des Treiber-SDKs. Weitere Informationen stehen in den jeweiligen Schnittstellen-Beschreibungen zur Verfügung.
Der HDR-Modus (High Dynamic Range) dient der Erhöhung des nutzbaren Kontrastumfangs. Dies wird erreicht, indem die Integrationsphase in zwei bis drei Phasen aufgeteilt wird. Der Belichtungszeitanteil der drei Phasen kann dabei getrennt eingestellt werden. Ferner kann eingestellt werden, wie viel Signal innerhalb der jeweiligen Phase angesammelt wird.

Abbildung 1: Diagramm zum HDR-Modus des Sensors -x00w
Beschreibung
Dies führt dazu, dass dunklere Pixel während der gesamten Belichtungszeit integrieren können und der Sensor hier seine volle Empfindlichkeit erreicht. Pixel, die an den jeweiligen Knee-Points limitiert werden, verlieren einen Teil ihrer Belichtungszeit - umso mehr, je heller sie sind.

Abbildung 2: Verlauf der Integration von unterschiedlich hellen Pixeln
In dem Diagramm sieht man den Signalverlauf von drei unterschiedlich hellen Pixeln. Die Steigung hängt nur von der Lichtintensität ab und ist somit hier pro Pixel immer gleich (bei angenommener, zeitlich konstanter Lichtintensität).
Da das sehr helle Pixel jedoch früh an den Signalschwellen S1 und S2 limitiert wird, ist seine gesamte Belichtungszeit geringer als beim dunkleren Pixel.
In der Praxis sind die Anteile der Belichtungszeit stark unterschiedlich. T1 ist zum Beispiel 95% von Ttotal, T2 nur noch 4% und T3 nur noch 1%. Dadurch wird eine starke Abschwächung von sehr hellen Pixeln erreicht. Gleichzeitig bedeutet dies, dass für eine Drittelteilung der Integrationsschwellen, d. h. S2 = 2 x S1 und S3 = 3 x S1, die hundertfache Helligkeit beim Sprung eines Pixels von S2 bis S3, gegenüber dem Sprung von 0 bis S1, benötigt wird.
Abbildung 3 zeigt die Nutzung des HDR-Modus. Hier wurde eine Bildsequenz mit Belichtungszeiten von 10µs bis 100ms erzeugt. Man sieht die drei Steigungen des HDR-Modus. Die "Wellen" kommen von der Rundung der Belichtungszeit während der drei Belichtungsphasen. Diese können nämlich immer nur in Anteilen einer Zeilendauer des Sensors verstellt werden.

Abbildung 3: wxPropView HDR Screenshot
Hinweise zur Nutzung der mvBlueFOX-200w HDR-Modi
HDREnable
MATRIX VISIONs Hardware Real-Time Controller kurz HRTC ist ein im FPGA der entsprechenden Kamera implementierter Bestandteil zur zeitkritischen I/O- und Erfassungssteuerung. Aufgrund dessen macht der HRTC in vielen Fällen eine SPS zur Kamera- und Prozesssteuerung überflüssig bzw. ersetzt diese.
Ein HRTC-Programm besteht aus einer Sequenz von Bearbeitungsschritten, die der Controller abarbeitet. Zur Erstellung der Sequenzen kann beispielsweise das GUI Tool wxPropView verwendet werden.

Abbildung 1: Eingabe eines Hardware Real-Time Controller Programms in wxPropView
Das Beispiel in Abbildung 1 zeigt, wie eine feste Bildfrequenz von 10 Bildern pro Sekunde in fünf Programmschritten erzielt werden kann.
Weitere Informationen finden Sie im Kapitel "HRTC - Hardware Real-Time Controller" des entsprechenden Produkthandbuchs (hier die mvBlueFOX).
Hinweis: Um den HRTC verwenden zu können, muss der korrekte Trigger-Modus (TriggerMode) sowie die korrekte Trigger-Quelle (TriggerSource) eingestellt sein (C++ Syntax):
CameraSettings->triggerMode = ctmOnRisingEdge CameraSettings->triggerSource = ctsRTCtrl
In wxPropView:
Abbildung 2: HRTC als Trigger-Quelle setzen
Der Trend bei Digitalkameras führt zur Verwendung von Bussystemen wie IEEE1394, USB, Gigabit Ethernet, die nicht echtzeitfähig sind. Werden bei Applikationen mit digitalen Kameras trotzdem komplexe Trigger- und Blitzsteuerung benötigt, kommen Kameras mit I/O- und Triggereingängen zum Einsatz oder es müssen zusätzlich separate I/O-Karten genutzt werden. Durch die Verwendung einer I/O-Karte bleibt gleichwohl eine gewisse Unsicherheit aufgrund der Latenzzeit der Bussysteme vorhanden. Sinnvoller ist es daher, die echtzeit-relevanten Eigenschaften in die Kamera zu übertragen und dadurch das lokale System zu vereinfachen.
Denkbare Anwendungsmöglichkeiten (Auszug) sind:

Abbildung 3: Verarbeitungskette vom Sensor bis zum Server: je mehr zwischengeschaltete Komponenten, desto größer der Reibungsverlust
Wird bei einer Anwendung eine Belichtungsverzögerung zwischen den einzelnen Kameras (hier die mvBlueFOX) benötigt, kann der HRTC die Synchronisation übernehmen.
In diesem Fall muss eine Kamera die Führung als Master übernehmen. Ein externes Triggersignal wird die Erfassung starten und muss an einen der digitalen Eingänge der Kamera angeschlossen werden. Ein digitaler Ausgang dieser Kamera muss an einen der digitalen Eingänge der Folgekamera angeschlossen werden usw. Somit triggert die Vorgängerkamera deren Nachfolger. Das Szenario sieht wie folgt aus:

Abbildung 4: Anschlussbeispiel für definierte Verzögerungen
Ist das externe Triggersignal am digitalen Eingang 0 angeschlossen und der digitale Ausgang 0 am digitalen Eingang 0 der Folgekamera, dann sieht das HRTC-Programm der ersten Kamera wie folgt aus:
0. WaitDigin DigIn0->On 1. TriggerSet 0 2. WaitClocks <Triggertaktbreite> 3. TriggerReset 4. WaitClocks <delay time> 5. SetDigout DigOut0->On 6. WaitClocks 100µs 7. SetDigout DigOut0->Off 8. Jump 0 <Triggertaktbreite> sollte nicht kleiner als 100µs sein.
Falls die Kameras ihre Belichtung nach einer steigenden Flanke des Signals beginnen sollen, dann muss von der gewünschten Verzögerungszeit noch die <Triggertaktbreite> abgezogen werden. Bei jeder weiteren Kamera (bis auf die letzte), die gleich betrieben werden soll, kann das gleiche HRTC-Programm verwendet werden. Hierbei können die Verzögerungszeiten natürlich angepasst werden.

Abbildung 5: Verzögerung des Belichtungsstarts der nachfolgenden Kamera
Folgende Produkte besitzen einen HRTC:
Unter "industrielle Bildverarbeitung" oder "digitale Bildverarbeitung" versteht man die digitale Verarbeitung von Bilddaten. Im Gegensatz zur manuellen Bearbeitung von Bildern bei der digitalen Bild-be-arbeitung gilt in der digitalen Bild-ver-arbeitung i. A. folgendes:
Nachfolgend sind einige Beispielanwendungen aus verschiedenen Einsatzgebieten aufgeführt:
Automatisierung, Industrie
Mikroskopie (Medizin, Forschung)
Medizin
Sicherheitstechnik
Verkehrstechnik
Handel
mvIMPACT Acquire ist die aktuelle Programmierschnittstelle für MATRIX VISION Hardware. Eine Vielzahl aktueller Sprachen wird unterstüzt, u.a.:
Die von MATRIX VISION bei Industriekameras sowie intelligenten Kameras verwendeten CMOS-Sensoren verfügen zum Teil über einen Rolling-Shutter, zu Deutsch etwa "rollender Verschluss". Dies bedeutet, dass die Belichtung der Zeilen eines Bildes zu unterschiedlichen Zeitpunkten startet bzw. endet (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Belichtung der Zeilen startet und endet unterschiedlich
Die Abbildung 1 ist in zwei Seiten aufgeteilt. Die linke Seite zeigt zwei Zustände eines Sensors mit einem Zeilenblock, der sich über den Sensor schiebt. Der weiß dargestellte Bereich stellt die lichtempfindliche Fläche dar. Diese schiebt sich zeilenweise von oben nach unten durch das Bild. Stellt man z. B. die Belichtungszeit von 100 Zeilen ein, dann ist dieser Bereich 100 Zeilen hoch. Schiebt sich das Integrationsfenster in die nächste Zeile, muss die Zeile zunächst gelöscht werden ("Reset line", in der Abbildung 1 blau dargestellt). Am oberen Rand des Fensters wird die Zeile, nachdem diese schon 100 Zeilen lang belichtet wurde, ausgelesen ("Read line", in der Abbildung 1 rot dargestellt). Jede Zeile ist entsprechend der eingestellten Integrationszeit offen, allerdings findet die Belichtung zeitversetzt statt. Die rechte Seite der Abbildung 1 versucht dies, mit einem Zeilen/Zeit-Diagramm zu verdeutlichen. Zeile für Zeile verschiebt sich zeitlich der Start der Belichtung ("Exposure time"), d. h. im Diagramm nach rechts. Die rechte Seite der Abbildung verdeutlicht ferner die Phasen der Bilderfassung des Rolling-Shutters. Jede Zeile vollzieht einen Löschvorgang ("Reset sequence"), eine Belichtungsphase ("Exposure time") und eine Transferphase ("Transfer time"). Der Start der Transferphase der ersten Zeile und das Ende der Transferphase der letzten Zeile bestimmen die Bildrate ("Frame rate"). Kurz:
1
Bildrate = ------------------------
Transferzeit * Bildhoehe
Ist die Belichtungsphase länger als die Transferphase, so wird in der Formel zum Berechnen der Bildrate die Transferzeit durch die Belichtungszeit ersetzt.
Bei einer horizontalen Bewegung eines Objektes ergibt sich bei der Bildaufnahme eine Bildverschiebung. Abbildung 2 zeigt, wie ein Objekt sich von links nach rechts bewegt. Die "rollende Aufnahme" des Sensors, welcher zur Veranschaulichung nur aus drei Zeilen besteht, bekommt durch die zeitversetzte zeilenweise Erfassung nur Teile des Objekts an anderer Position mit. Das Bild der zusammengefügten Aufnahme offenbart die Bildverschiebung. Durch die Bewegung des Objekts kommt es zu einer kleinen Unschärfe.

Abbildung 2: Bildverschiebung bei horizontaler Objektbewegung
Betrachtet man nun die zeilenweise Bewegung des beobachteten Objektes, ist es erstaunlich, wie kurz der zurückgelegte Weg ist.
Als Beispiel: Bei einem Rolling-Shutter-Sensor mit einer Höhe von 480 Pixel und einer Bildrate von 30Hz (30 Bilder pro Sekunde) legt ein Objekt mit einer Geschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde (36 km/h) pro Zeilenwechsel einen Weg von nur 0,694 Millimetern zurück.
Pro Sekunde werden 14400 Zeilen ausgelesen:
Zeilen
Ausgelesene Zeilen = 30Hz * 480 Zeilen = 14400 ------
s
Daraus ergibt sich alle 0,0000694 Sekunden ein Zeilenwechsel:
1
Zeilenwechsel = ----- = 0,0000694 s
14400
Ist das Objekt nun 10 m/s schnell, wird ein Weg pro Zeilenwechsel von 0,694mm zurückgelegt:
s = v * t
m
s = 10 --- * 0,0000694 s
s
s = 0,000694 m = 0,694 mm
Aus diesem Grund lässt sich ein Rolling-Shutter-Sensor ideal für Bewegungsanalysen mit hohen Frameraten verwenden.
Bei einer vertikalen Bewegung eines Objektes ergibt sich bei der Bildaufnahme je nach Bewegungsrichtung eine Stauchung oder eine Streckung. In Abbildung 3 bewegt sich ein Objekt vertikal entgegen der Aufnahmerichtung des Sensors, welcher zur Veranschaulichung nur aus drei Zeilen besteht. Dies bewirkt, wie das Bild der zusammengefügten Aufnahme beweist, dass ein Objekt gestaucht wird.

Abbildung 3: Stauchung bei vertikaler Objektbewegung
Der Rolling-Shutter-Effekt kann positiv genutzt werden. Die zeilenweise Integration vermindert bei schnell bewegten Objekten die Bewegungsunschärfe. Infolgedessen kann mit einer doppelten Integrationszeit gearbeitet werden.

Abbildung 4: Verminderte Bewegungsunschärfe mit Rolling-Shutter
Die Blitzsteuerung eines CMOS-Sensors mit einem Rolling-Shutter unterliegt Einschränkungen. Damit alle Zeilen gleichzeitig geblitzt werden können, muss die Belichtungszeit ("Exposure time") ausreichend lang sein, sodass sich die belichteten Zeilen überlappen (siehe Abbildung 5 "All row integration"). Der Blitzzeitpunkt muss im Bereich der "All row integration" liegen und die Blitzzeit darf nicht länger als "All row integration" sein.

Abbildung 5: Möglicher Blitzbereich
Bei dieser Vorgehensweise muss beachtet werden, dass während der Belichtung ("Exposure time") der Zeilen kein Fremdlicht vorhanden ist.
Der Smear-Effekt ist ein bekanntes Phänomen bei CCD-Sensoren, bei dem es beim vertikalen Verschieberegister zu einer Überbelichtung kommt. Durch schnelleres Verschieben zwischen Leerlauf und Belichtung, kann der Smear reduziert werden. MATRIX VISION bietet einen schnellen Verschiebe-Modus an: mvSmearReduction.
Die angehängte Application Note beschreibt das Phänomen und den mvSmearReduction Modus.
Standard Feature Naming Convention von GenICam.
Die aktuellste GenICam Eigenschaften-Liste wird auf folgender Internetseite zur Verfügung gestellt: http://www.emva.org/genicam/genicam%E2%84%A2_document_download
Die Datei heißt "GenICam™ Standard Features Naming Convention (PDF)".
Als Ersatz für analoge Kameras mit Frame Grabber auf PC-Basis haben sich inzwischen viele digitale Kameras mit unterschiedlichen Schnittstellen-Standards auf dem Bildverarbeitungsmarkt positioniert. Während am oberen Ende des Leistungsspektrums noch spezielle Frame Grabber-Lösungen benötigt werden, breiten sich im unteren Bereich vor allem die kostengünstigen USB 2.0- und FireWire-Lösungen aus.
Die USB-Technik bietet im Vergleich zu FireWire einige Vorteile:
Neben den allgemeinen Vorteilen der USB-Schnittstelle und einer einfachen Handhabung besitzt die mvBlueFOX zusätzliche Vorteile:
USB3 Vision ist ein Standard in der Bildverarbeitungsindustrie, welcher die Kommunikation zwischen Bilderfassungsgerät und Anwendung über USB 3.0 regelt. Das Protokoll deckt dabei folgende Funktionen ab: