Historie

Im Jahr 1986 gründeten Werner Armingeon und Gerhard Thullner die Matris Datensysteme GmbH. Dies war der Grundstein für ein stets agiles Unternehmen, welches sich schnell an neue Marktgegebenheiten anpasst und zugleich den Markt der industriellen Bildverarbeitung mitgestaltet.

Die Anfänge (1986 – 1987)

Am 24.06.1986 in Oppenweiler gründen Gerhard Thullner und Werner Armingeon die Matris Datensysteme GmbH. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Firmware von Atom-Absorptions-Spektrometer.

Schritt in die Atari Welt (1987 – 1990)

1987 werden die ersten Ataris angeschafft und Platinen-Layouts realisiert. Ein CPU-Upgrade-Board mit Motorola MC68020 Mikroprozessoren für Atari Mega ST wird im Haus geätzt und gebohrt.

1988 haben Mac- und PC-Anwender bereits die Möglichkeit, größere Bildschirme anzuschließen. Bei Ataris ist das seither noch nicht möglich, da Atari nicht die notwendigen Grafikcontroller entwickeln möchte. Diese Lücke wird von Matris erkannt. Unter dem neuen Firmenname Matrix Datensysteme entwickelt das Unternehmen 1988 in lediglich sechs Wochen einen Grafikcontroller für einen 19-Zoll-Bildschirm für Atari-Computer.

Am 8. März 1989 auf der CeBIT: Grafikcontroller und Bildschirme werden die Sensation. Matrix etabliert sich als Grafik-Pionier und wird zum Weltmarktführer bei Atari Grafikkarten.
Im selben Jahr kann in der Talstraße 16 in Oppenweiler das erste Firmengebäude bezogen werden.

1990 folgt mit ScreenEye der erste Frame Grabber für Atari.

Neuausrichtung (1990 -1998)

Kurz nachdem Matrix die Frame Grabber für Atari auf den Markt brachte, zieht sich Atari aus dem professionellen PC-Geschäft zurück, wodurch die Rechnerhardware für MATRIX wegbricht. Ein Wechsel zu PC-Grafikkarten wird nicht erwogen, da der Markt bereits von starkem Preiskampf geprägt ist.

Stattdessen wird 1992 mit dem ersten ISA Frame Grabber PCgrab der Wechsel in den Markt der industriellen Bildverarbeitung vollzogen. Die Neuausrichtung wird auch durch eine Umbenennung zu "MATRIX VISION Bildverarbeitung GmbH" unterstrichen. Mit der Zeit werden die PC-Schnittstellen schneller und PCI (Peripheral Component Interconnect) kommt auf den Markt. MATRIX VISION präsentiert 1995 den passenden Frame Grabber: PCimage. Die letzte Variante dieser Karte soll erst im Jahr 2013 abgekündigt werden.

Das Unternehmen wächst und somit auch die Unternehmensleitung. 1996 setzen die beiden Gründer Gerhard Thullner und Werner Armingeon einen dritten Geschäftsführer ein: Uwe Furtner.

1997 wird das Produktportfolio der Multistandard Frame Grabber um mvSIGMA und mvDELTA erweitert. Videoquellen nach den Standards PAL, NTSC und SECAM werden unterstützt. Mit den richtigen Produkten kann MATRIX VISION stetig wachsen, sodass 1997 die Büroflächen ausgeschöpft sind. Ein Anbau schafft mehr Platz und 1998 können die neuen Räume bezogen werden.

Die ersten industriellen Kameras (1999 – 2003)

Als einer der ersten Hersteller bringt MATRIX VISION 1999 eine intelligente, PC-kompatible Kamera auf den Markt. Intelligent bedeutet, dass Kamera, PC und Frame Grabber in einem Gehäuse stecken. Die Entwicklung der mvCAM war der Ausgangspunkt für das umfangreiche Knowhow von MATRIX VISION im Bereich der intelligenten Kameras.

2001 veröffentlicht MATRIX VISION die erste Version der umfangreichen Bildverarbeitungsbibliothek mvIMPACT. Die Basis-Funktionen sind in Verbindung mit einer MATRIX VISION Hardware kostenlos. Weitere Module können je nach Bedarf lizenziert werden.

Im gleichen Jahr wird die Frame Grabber Serie mvTITAN um eine CameraLink Version ergänzt. Der leistungsfähige Bildprozessor ist ein elementarer Bestandteil der mvTITAN-Serie. So auch bei der mvTITAN-CL – die Version für CameraLink Kameras. Die mvTITAN-CL unterstützt sowohl Zeilen- als auch Flächenkameras und besticht durch Vorverarbeitungsalgorithmen, die das Host-System entlasten.

2002 baut MATRIX VISION in Sachen intelligenter Kameras das Know-how weiter aus und bringt mit der mvSENSOR ihre erste Embedded-Kamera auf Basis von Linux heraus. Diese Kamera schafft die Grundlage für die mvBlueLYNX, welche Ausgangspunkt für viele kundenspezifische Lösungen ist und erst nach 13 Jahren abgekündigt werden soll.

Neue Schnittstellen, neue Möglichkeiten (2004 – 2007)

Der Siegeszug von USB 2.0 eröffnet neue Möglichkeiten. Mit der mvBlueFOX bringt MATRIX VISION 2004 die passende Industriekamera auf den Markt. Im Schlepptau: die neue, objektorientierte Softwareschnittstelle mvIMPACT Acquire SDK.

Auch die PCI Schnittstelle entwickelt sich weiter: die neuen Steckplatz-Generationen PCI Express bieten größere Bandbreiten. Für PCI Express entwickelt das Unternehmen die nächste Generation der Frame Grabber: mvSIGMA-SQe – ein Multistandard Frame Grabber, der 4 parallele Video-Eingänge bietet.

Nachdem auch Gigabit Ethernet sich als Standard-Schnittstelle in der Bildverarbeitung etabliert, wird 2006 mit der mvBlueCOUGAR eine neue Industriekamerafamilie auf den Markt gebracht.

In der Zwischenzeit entwickelt MATRIX VISION innerhalb von fünf Monaten eine Kamera für das deutsche Pfandsystem, inklusive Beleuchtung und Mechanik und wird Marktführer für Vision Lösungen in Pfandautomaten.[1]

Im Oktober 2006 folgt die Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 9001. Die Auditoren sind unter anderem begeistert vom digitalen ISO-Handbuch.

Das Firmengebäude, in welchem sich die Firmengründer Gerhard Thullner und Werner Armingeon kennenlernten, kann 2007 von MATRIX VISION erworben und zum Entwicklungsgebäude ausgebaut werden. Fortan hat MATRIX VISION zwei Standorte in Oppenweiler: das Verwaltungsgebäude G1 in der Talstraße 16 und das Entwicklungsgebäude G2 in der Murrwiesenstraße 18.

[1] https://www.matrix-vision.com/branchen-leser/deutsches-pfandsystem-2717.html

Standards müssen her (2008 - 2014)

Die Konsumer-Schnittstellen machen eines deutlich - Standards müssen für den Bildverarbeitungsmarkt her. Mit GenICam, GigE Vision und USB3 Vision gibt es erfolgreiche BV-Standards auf den Markt. Seit 2008 ist MATRIX VISION ein aktiver, wichtiger Gestalter in den Standardgremien.

Klein, kompromisslos und voller Funktionsumfang – für OEM-Kunden entwickelt MATRIX VISION 2010 eine Platinenkamera mit USB-Schnittstelle. Die mvBlueFOX-MLC bietet einen Bildspeicher, digitale Ein- und Ausgänge sowie einen Mikro-SPS Sequenzer – alles Features, die man bei anderen Kameras der gleichen Preiskategorie vergeblich sucht.

2011 wird Erhard Meier zum kaufmännischen Geschäftsführer bestellt. Die Kameraserie auf Basis von GigE Vision wächst um ein weiteres Model. Nach dem Motto "Doppelt vernetzt läuft besser“ verfügt die neuen mvBlueCOUGAR-XD über zwei gebündelte Gigabit Ethernet Leitungen. Damit eignet sich die Kamera für Sensoren mit höheren Auflösungen und Bildwiederholraten.

Feb. 2012 - Mit viel Leistung pro Watt und Volumen zeigen die neuen ARM-Cortex Prozessoren, was leistungstechnisch geht. 2012 bietet die neue mvBlueLYNX-X mit einem Stromverbrauch von weniger als 5 Watt 1 GHz Prozessor, 800 MHz DSP, einen großen Hauptspeicher und unzählige Schnittstellen – prädestiniert für eine Vielzahl von teils auch nachhaltigen Anwendungen.

Auch die Consumer-Schnittstelle USB erhält mit USB 3.0 einen Nachfolger und verzehnfacht die im Vergleich zum Vorgänger bereitgestellte Bandbreite. 2013 führt MATRIX VISION mit der mvBlueFOX3 eine USB 3.0 Industriekamera ein, die mit hochauflösenden und schnellen CMOS-Sensoren ausgestattet ist.

2014 ziehen sich die Gründer Gerhard Thullner und Werner Armingeon aus dem operativen Geschäft der MATRIX VISION GmbH zurück.

Nicht nur intelligent, jetzt auch smart (2015 – 2016)

2015 kommt die Smart Camera mvBlueGEMINI auf den Markt. Die Wizards der mvBlueGEMINI schaffen die Möglichkeit, ohne Programmieren Applikationen zu erstellen. Selbst Bildverarbeitungskenntnisse sind nicht zwingend nötig, denn die Smart Camera sucht sich die passenden Algorithmen und bestimmt sogar die passenden Parameter.
Zudem sammelt MATRIX VISION erste Erfahrung bei der Entwicklung von 3D Industriekameras, basiert auf der 6D-Technologie.

Auch die Consumer-Schnittstelle USB erhält mit USB 3.0 einen Nachfolger und verzehnfacht die im Vergleich zum Vorgänger bereitgestellte Bandbreite. 2013 führt MATRIX VISION mit der mvBlueFOX3 eine USB 3.0 Industriekamera ein, die mit hochauflösenden und schnellen CMOS-Sensoren ausgestattet ist.

2014 ziehen sich die Gründer Gerhard Thullner und Werner Armingeon aus dem operativen Geschäft der MATRIX VISION GmbH zurück.

Aus Zwei wird Eins (2017 – 2019)

2017 wird die MATRIX VISION GmbH Teil des Sensor- und Automatisierungsspezialisten Balluff mit Sitz in Neuhausen auf den Fildern. MATRIX VISION agiert im Bereich Bildverarbeitung weiterhin eigenständig und mit unveränderter Marke. Als Teil der Balluff Gruppe kann MATRIX VISION den wachsenden Machine Vision Markt zukünftig auch international besser bedienen. Die erfolgreiche Integration des Unternehmens in die Balluff Gruppe wird auf Seiten von MATRIX VISION maßgeblich von Tobias Thullner gesteuert.

Im selben Jahr wird das Unternehmen mit zwei Preisen für das Zwillingskonzept aus der Smart Camera „mvBlueGEMINI“ und der Software „mvIMPACT Configuration Studio“ ausgezeichnet: der Innovationspreis 2017 des Landes Baden-Württemberg sowie der Preis „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“. Zweiterer zeichnet innovative Konzepte aus, die einen wesentlichen Beitrag zur digitalen Vernetzung im Rahmen der Industrie 4.0 leisten. Mit dem Zwillingskonzept aus der Smart Camera mvBlueGEMINIund der smarten Vision-Software mvIMPACT-CS ermöglicht es MATRIX VISION, dass Unternehmen ohne Programmier-Knowhow und ohne Bildverarbeitungskenntnisse in die digital vernetzte, optische Qualitätskontrolle einsteigen können.

Im Jahr 2018 findet ein Wechsel in der Unternehmensleitung statt: Erhard Meier verlässt das Unternehmen und Ralf Grasmann übernimmt die Geschäftsbereichsleitung für Sales, Marketing & Supply Chain. Zuvor war Grasmann 10 Jahre als internationaler Vertriebsleiter bei der Balluff GmbH tätig. Mit der Berufung von Ralf Grasmann in die Unternehmensleitung rücken die beiden Unternehmen Balluff und MATRIX VISION näher zusammen. Auch Tobias Thullner wird in die Unternehmensleitung berufen. Bereits seit 2014 ist er in die Entscheidungs- und Führungsprozesse der Geschäftsführung involviert. Seiner Verantwortung unterliegen fortan die Geschäftsbereiche Finance & Administration.

Gestärkt in die Zukunft (2020 – heute)

Uwe Furtner verlässt Ende 2019 das Unternehmen und widmet sich neuen Herausforderungen. Nachfolger Uwe Hagmaier wird in die Unternehmensleitung berufen. Uwe Hagmaier ist seit über 27 Jahren im Unternehmen tätig und hat bereits verschiedene Führungsfunktionen im Entwicklungsbereich wahrgenommen.

Auch 2020 ist MATRIX VISION trotz Coronakrise auf Wachstumskurs. Das Entwicklungsteam wird weiter ausgebaut und zwei Standorte in Betrieb genommen. In Hamburg entsteht in dem historischen Chilehaus ein Entwicklungsstandort. Und da die Produktion in Oppenweiler aus allen Nähten platzt, wird in Kirchheim am Neckar ein weiterer Produktionsstandort eröffnet.